Stromtankstellen
Christoph Chorherr hat eine lustige Fotomontage in seinem Blog: Wohnhäuser, aus deren Fenstern Kabel zum Aufladen von Elektroautos baumeln.
Ja, so darf es in Zukunft nicht bei uns aussehen. Wobei die Montage ja noch harmlos ist und davon ausgeht, dass alle ausgerechnet unter dem eigenen Fenster einen Parkplatz finden, was in der Praxis so gut wie nie der Fall sein wird.
Die richtige Folgerung ist die Forderung nach Stromtankstellen und Steckdosen in Garagen.
Aber auch diese werden ein Problem nicht lösen können: nämlich dass die Ladezeit der Elektroautos einfach viel zu lange ist. Ein Über-Nacht-Stehenlassen wird auch bei Stromtankstellen nicht möglich sein, dafür sind einfach die Grundstückskosten zu hoch. Und was macht man bei der Fahrt in den Urlaub (bitte nicht “die Bahn nehmen” antworten)? Alle 200-400 Kilometer einen halben Tag Pause?
Garagenplätze in Städten sind eine Möglichkeit, aber nicht die landesweite Lösung.
Die “Killerapplikation”, also die Technik, die letztendlich zum Erfolg führen wird, wären standardisierte, austauschbare Akkumulatorenmodule. Zur Tankstelle fahren, leeres Akkuset raus, geladenes Akkuset rein. Geht wahrscheinlich sogar schneller als das Betanken eines 50-Liter-Benzintanks. Das wäre es. Den Strom zum Laden könnten die Tankstellen zum Teil selbst erzeugen - auf Tankstellendächern lassen sich ohne Beeinträchtigung des Ortsbildes Photovoltaikzellen setzen. Und wer die Möglichkeit des Selbstladens hat kann das natürlich trotzdem machen.
Technisch wäre das kein großes Problem. Die Automobilhersteller müssten sich halt auf einen Standard und eine Standardmechanik einigen. Aber das hat man ja bei anderen Dingen (z.B. Anhängerkupplungen oder der Füllstutzengröße bei Kraftstofftanks) schon vor Jahrzehnten geschafft, warum also nicht auch da? Die Mineralölindustrie wäre sicherlich der naheliegendste “Vertriebspartner”, schließlich muss sich diese sowieso überlegen, was sie mit all den Tankstellen machen, wenn es einmal keine fossilen Brennstoffe mehr gibt.
Die “Gefahr” lauert wohl derzeit noch darin, dass wir im Moment noch gar nicht wissen, welche Batterietechnologie sich durchsetzen wird. Wird so ein System zu früh auf den Markt gebracht könnten sich Innovationen um Jahrzehnte verschleppen.
Weiterer Gedanke: um das massenhafte Liegenbleiben auf Autobahnen von Fahrzeugen mit zu wenig Akkuladung zu verhindern könnte man die Notrufsäulen (die sowieso mit Strom versorgt werden müssen) zu Schnellladestationen umfunktionieren. Bezahlung könnte über das dann wohl vorhandene elektronische Mautsystem erfolgen. Die Ladung sollte jedoch nur für die Fahrt zur nächsten Tankstelle gedacht sein, damit wir keine Dauerlader auf den Pannenstreifen haben. Aber auch das ließe sich problemlos elektronisch lösen.
































