Buchtipp: „Die Oma und der Punk“

23.01.2019

Durchhaltevermögen zahlt sich aus. Das habe ich bei dem Buch „Die Oma und der Punk“ von Simone Jöst gemerkt, denn am Anfang hat es mir gar nicht gefallen. Eine etwas über Siebzigjährige flieht aus dem Heim, in dem sie mehr oder weniger eingesperrt lebt, nachdem sie von ihrem Sohn und ihrer Schwiegermutter, die scharf auf ihre Villa waren, dorthin abgeschoben wurde.

Oh mein Gott, was für Klischees! In den 12 Monaten, die ich in einem Pflegeheim Zivildienst geleistet habe, ist mir niemand untergekommen, der dorthin abgeschoben wurde, zumal ja die Kosten für ein Heim durchaus happig sind. Und wer geistig noch so fit ist, um sich nicht selbst zu gefährden, darf auch das Heim verlassen.

Dass Emma, die „Oma“ in der Geschichte trotzdem Kleider für ihre Flucht besorgen konnte, ist auch etwas unlogisch. Sie hätte ja gleich beim Kleiderkauf abhauen können. Nicht ganz unrealistisch, aber doch unwahrscheinlich ist, dass sie sich in ihrer Jugend heimlich mit ihrem Freund getroffen hat, während der Vater ferngesehen hat. OK, das müsste nach meiner Berechnung 1952 gewesen sein und damals gab es in Deutschland tatsächlich Fernsehen, wenn auch nur wenige Zuseher.

 

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Ich ließ mich trotzdem nicht abbringen und habe weitergelesen. Die „Oma“ wird von einem „Punk“, nämlich der in einer WG lebenden Jule, die einst von ihren Eltern abgehauen war und dann auf der Straße lebte, aufgefangen und erst einmal in die WG mitgenommen.

Die aus feinen Verhältnissen, aber von ihrer Familie enttäuschten Emma nähert sich immer mehr der grundehrlichen und herzensguten Jule an und die beiden erleben zusammen mit den anderen WG-Bewohnern eine Tour de Force, während der es zu zwei Entführungen, dem Tod eines Entführers und erstaunlichen Entdeckungen über das Leben von Emmas Sohn kommt. Eine natürlich in Summe unrealistische, in ihren Details aber dann doch relativ glaubwürdige und vor allem sehr amüsante und mitreißende Geschichte entwickelt sich.

Auch wenn ich nach den ersten Seiten fast mit dem Lesen aufgehört hätte, war es dann doch ein lustiges und unterhaltsames Leseerlebnis und somit gibt’s dann doch eine Leseempfehlung, zumal ich schon sehr interessiert bin, wie es mit der lustigen WG weitergehen wird.

 

Das Buch ist bei amazon als e-Book für Kindle erhältlich.

 

 

 

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