Buchtipp: „Verstummt“

15.01.2019

Nach „Ich bin Single, Kalimera“ war wieder einmal ein Krimi an der Reihe und nachdem mir Salim Gülers Lübeck-Krimi „Mord §78“ gut gefallen hat, fiel meine Wahl auf den zweiten Band der Lübeck-Krimi-Reihe.

Der Krimi startet mit einer Szene aus dem Lübeck zu Kriegsende. Eine jüdische Familie, die von einem Lübecker Geschäftsmann im Wald versteckt wird, freut sich erst über das im Radio verkündete Kriegsende, wird jedoch am Tag nach der Kapitulation von einem Maskierten in SS-Uniform in ihrem Versteck aufgesucht…

Es folgt ein Schwenk in die Gegenwart, in der ein junger Bursch ermordet in einem Park aufgefunden wird. Kommissar Arndt Schumacher verdächtigt gleich einen jüngst freigelassenen Kriminellen, den Arndt vor Jahren des Kindesmissbrauchs und -mordes verdächtigt hat, ihm aber die Schuld nicht nachweisen konnte.

Ist das der Täter? Oder hat der Fall doch etwas mit der jüdischen Familie zu tun?

 

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Ein spannender Fall, der so manche Wendung nimmt und in dem das schwierige Thema Arisierung meiner Meinung nach sehr gut behandelt wird. Im Gegensatz zu Mord §78 hat der Fall auch etwas mehr „Lokalkolorit“. In einer reichen und bis zur NS-Zeit wohl auch vergleichsweise weltoffenen Stadt wie Lübeck gab es wohl mehr Arisierungsfälle als in agrarisch geprägten Regionen.

Keine Frage, dass ich auch dieses Buch – mehr noch als den ersten Band – weiterempfehle.

Das Buch ist bei amazon als Taschenbuch oder als e-Book für Kindle erhältich.

 

 

 

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