Bades Huk: Auferstanden aus Investitionsruinen

10.05.2019

Mit den Worten „Auferstanden aus Ruinen“ begann die faktische Hymne der DDR und in der DDR begann auch die unendliche Geschichte von Bades Huk in Nordwestmecklenburg, die nun doch noch ein positives Ende zu nehmen scheint.

Gleich nach der Wende verliebte sich ein Lübecker Holzhändler in einen Kartoffelacker an der Wismarbucht, nahe dem Dorf Hohen Wieschendorf, träumte von einem Golfplatz mit Hotel, Yachthafen und so weiter. Aus dem LPG-Gelände sollte ein Luxusressort werden. Am Tag der „Wiedervereinigung“ wurde der Vertrag unterzeichnet, der Investor setzte sein ganzes Vermögen auf’s Spiel. Der erste Golfplatz, übrigens der erste in den neuen Bundesländern, wurde 1992 eröffnet, doch trotz der Nähe zu Westdeutschland kamen zu wenige Gäste, zumindest zu wenige Übernachtungsgäste, denn das Hotel ging pleite.

Anfang der 2000er-Jahre kommt dann ein weiterer Lübecker Investor ins Spiel, errichtet Marina und Ferienhäuser, kassiert viele Millionen Fördermittel und setzt diese falsch ein. Wenige Jahre ist auch er insolvent und wird wegen missbräuchlicher Verwendung von Fördermitteln zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

 

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2011 ersteigert dann der Salzburger Immobilienentwickler Oliver Soini die zu drei Viertel fertig gestellte Anlage. Es scheint jetzt zügig weiterzugehen: 2012 eröffnet die Marina Hohen Wieschendorf. Doch 2013 erfolgt die Ernüchterung: Der Bebauungsplan war ungültig, ein Baustopp wurde verhängt. Es folgte ein halbes Jahrzehnt Verhandlungen, 2018 gab es dann endlich eine Baubewilligung. Ab 15. Mai 2019 ist es dann soweit: Die Ferienwohnungen in „Bades Huk“ können vorreserviert werden. Der Name „Bades Huk“ nimmt übrigens auf den in Hohen Wieschendorf geborenen Kapitän Wilhelm Bade Bezug, der ab 1890 die weltweit ersten touristischen Kreuzfahrten ins Polarmeer anbot. Das italienische Restaurant „Little Italy“ hat bereits geöffnet.

Hier noch ein paar Quellen zum Nachlesen:
Die „Welt“ vom 21. November 2011 über die Versteigerung
Die „Ostsee-Zeitung“ vom 4. Juni 2016
Die „Ostsee-Zeitung“ vom 14. September 2018 über die Erteilung des Baurechts

 

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Der Strand ist auf jeden Fall wunderschön. Neben dem Restaurant in der Marina hat seit einigen Wochen auch ein kleiner Shop geöffnet – und auf dem Parkplatz werden bereits Parkgebühren verlangt.

Während die ursprünglichen Häuser in der Ferienanlage, von denen einige abgerissen werden mussten, in einem eher unauffälligen, beliebigen und nicht besonders luxuriösen Backsteinhäuschen-Stil errichtet wurden und so manchen DDR-Reihenhäusern in den Nachbargemeinden nicht unähnlich sind, errichtet Soini jetzt neue Häuser in auffälligerem, aber dennoch coolen skandinavischen Design.

Ein Musterhaus (siehe Foto) steht bereits, lt. Website sollen auch die anderen Bauten „architektonisch erweitert“ werden.

Man darf gespannt sein, ob die unendliche Geschichte von Hohen Wieschendorf – Verzeihung: Bades Huk – jetzt nach rund 30 Jahren zu einem positiven Ende kommt.

Weitere Informationen unter www.badeshuk.de!

 

 

 

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