Lebendige Herbstfarben auf dem Toten Berg

20.10.2019

Der „Tote Berg“ (454 m über der Adria) bei Rossatzbach gehört zu den weniger bekannten Bergen in der Wachau – und das eigentlich zu unrecht, wie ich bei einer „Besteigung“ an einem wunderschönen Herbstnachmittag herausfand.

Mein Auto habe ich von Mautern kommend auf der rechten Straßenseite der B33, kurz vor der Ortseinfahrt von Rossatzbach geparkt. Dann bin ich ein Stückchen die Straße zurückgegangen und den schmalen, steilen Fußweg hochgegangen. Nach ein paar Metern vereinigt sich dieser auf den etwas breiteren Holzweg, den man dann weiter in Richtung Westen geht. Wenn man die B33 ein Stückchen weiter zurückgeht kann man natürlich auch gleich den breiten und nicht so steilen Holzweg gehen.
Bereits nach wenigen Metern hat man einen schönen Blick auf Dürnstein.
Nach nur rund 15 Minuten Fußmarsch vereinigt sich der Weg mit einem von rechts unten kommenden Weg, der die Fortsetzung des Rossatzer Panoramawegs darstellen würde. Hier kann man entweder den breiten Weg weitergehen oder wie ich es gemacht habe, alternativ eine relativ steile Abkürzung durch den Wald gehen. Diese ist mit dem Welterbesteig-Logo gekennzeichnet.
Es ist zwar schön, auf dem weichen Waldboden zu gehen, aber der Weg ist doch um einiges steiler, dafür aber natürlich auch kürzer.

Nach etwa 10 Minuten trifft man wieder auf den breiteren Holzweg, den man dann links, also in Richtung Osten folgt.

 

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Wieder etwa zehn Minuten später würde der Weg rechts weiter zum 506 m hohen Pemexel weitergehen, um zum Toten Berg zu kommen geht man allerdings gerade aus weiter. Bitte nicht wundern, dieser Weg ist etwas schmäler, nicht geschottert und die nächsten paar hundert Meter ohne nennenswerte Steigung!
Durch die Bäume hindurch kann man dann ein paar Blicke auf die Donau erhaschen.
Auch auf Dürnstein kann man (zumindest derzeit, also im Herbst 2019 noch) sehen. Allerdings ist der Blick durch die Bäume so eingeschränkt, dass man an keiner Stelle Stift und Ruine gleichzeitig sehen kann.
Kurz nach dem Blick ins Tal wird auch der Weg wieder steiler. Nach einer Spitzkehre heißt es acht geben! An der höchsten Stelle des Weges, bevor es wieder bergab geht, muss man nämlich links abbiegen und durch den Wald gehen.
Eine Tafel zeigt an, dass es sich hier um ein Naturschutzgebiet handelt. Hier muss man also quer durch den Wald gehen und zwar in Richtung Nordosten!
Nach zwei bis drei Minuten sieht man dann auch schon den Gipfel.
Dann sind es noch einmal zwei bis drei Minuten und man steht vor dem Gipfelkreuz, das aus zwei Birkenstöcken besteht und auf einem aus Trockensteinen gemauerten Fundament steht. Wer genau schaut sieht „Spuren“, die Pilger auf dem vorbeiführenden Jakobsweg hinterlassen haben.
Auf dem Rückweg habe ich nicht die steile Abkürzung genommen sondern bin immer dem Holzweg entlang gegangen. Auch das zahlt sich aus, denn man sieht auf dem Weg zum Beispiel diese Kapelle.
Dort, wo die Abkürzung auf den Holzweg trifft, bin ich dann auch den linken, leicht bergabführenden Weg, der mit „Rossatzer Panoramaweg“ beschildert ist, gefolgt. Nach wenigen Metern bin ich zur „Helenen-Hütte“ gekommen.
Auch das verfallene Biritor, das wie das Türkentor (siehe Artikel hier) als Talsperre diente, habe ich auf diesem Weg passiert.

 

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Kurz nachdem man auf diesem Weg zum ersten Mal einen wunderbaren Blick über die Weinberge nach Dürnstein hat, führt rechts ein Weg durch die Weingärten, der auch mit dem Welterbesteig-Logo gekennzeichnet ist.

Dieser Weg ist zwar sehr schön, aber teilweise auch sehr steil!

Nach wenigen Minuten ist man jedoch wieder auf einer befestigten Straße und folgt dieser.
Beim Heurigen Rehrl-Fischer kommt man wieder auf die B33.
Insgesamt habe ich zum Gipfel ca. 50 Minuten gebraucht und für den Abstieg, für den ich etwas größere, aber weniger steile Wegstrecken gewählt habe, etwa 60 Minuten.

Die Wanderung war jetzt im Herbst sehr schön, allerdings bietet sie wegen der dichten Bewaldung wenige Ausblicke auf das Tal.

Bis auf die letzten paar Meter durch den Wald kann man eigentlich für die gesamte Wanderung breite und nicht so steile Holzwege wählen, die man auch mit Kinderwägen befahren kann.

Wie bei vielen Wanderungen in der Wachau gibt es auf dem Weg oder gar auf dem Gipfel keine Gastronomiebetriebe, dafür aber natürlich in Rossatzbach dann viele nette Heurigenbetriebe und Restaurants.

Ach ja: Auf der von mir gewählten Route sind zwar alle möglichen Beschilderungen für andere Wanderwege zu finden, allerdings wäre mir der „Tote Berg“ auf keinem einzigen Schild aufgefallen. Wenn man sich die Karte jedoch genau ansieht und den Weg einprägt oder noch besser eine Wander-App, wie die von mir sehr geschätzte Bergfex-App auf dem Smartphone hat, ist es jedoch kein Problem, den Weg zu finden! Auch auf OpenStreetMap sind die Wege gut eingezeichnet, auf Google Maps derzeit (Oktober 2019) jedoch nicht!

 

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