Von Kremser Senf bis Picasso – Kulturtag in der Heimatstadt

25.08.2018

Heute haben wir einmal einen Kulturtag in unserer Heimatstadt Krems gemacht. Erste Station war die ehemalige Dominikanerkirche, die heute das museumkrems beherbergt.

Die Dominikanerkirche wurde um die Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet. 1786 wurde sie unter Joseph II. desakralisiert und 1892 wurde hier erstmals ein Museum der Stadt Krems eingerichtet. Das Museum zeigt die Geschichte der Stadt Krems, von Funden aus der Urzeit bis heute.

Da Krems und die Wachau weithin für den Weinbau bekannt sind, ist ein großer Teil der Dauerausstellung auch dem Thema Weinbau gewidmet. Zwischenzeitlich hieß das Museum sogar einmal „Weinstadtmuseum“.

Einen ganzen Raum nimmt auch ein weiteres weithin bekanntes Produkt ein, dem die Stadt einst ihren Namen gab: dem Kremser Senf.

(Foto © museumkrems, Gerald Lechner)


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Dem berühmten Barockmaler Martin Johann Schmidt, der 2018 seinen 300. Geburtstag feiert und der vor allem in Krems wirkte und daher den Beinamen „Kremser Schmidt“ bekam, ist dieses Jahr eine eigene Sonderausstellung gewidmet. „Weltberühmt in Krems. Vom Kremser Schmidt zu Padhi Frieberger“ zeigt neben dem Barockmaler auch Werke des unkonventionellen, nicht einordenbaren und unbequemen österreichischen Künstlers Padhi Frieberger, dazu noch Werke von Michael Wutky, einem in Krems geborenen Künstler, der als Landschaftsmaler die Welt bereiste sowie von Josef Maria Eder, einem ebenfalls in Krems geborenen Chemiker, der unter anderem wichtige Grundlagen der Farbfotografie schuf. (Foto © museumkrems, Gerald Lechner)

Im Hauptschiff der Kirche wird derzeit eine Installation von Eva Schlegel gezeigt. Die Installation mit vielen Spiegeln erzeugt ein ganz neues, ungewohntes und oft verwirrendes Raumgefühl.

Auch wer mit Installationskunst sonst nicht viel anfängt sollte sich diese Installation ansehen, ich denke, zum staunen, wundern und entdecken wird sie fast jeden inspirieren.

(Foto © Eva Schlegel und Valerie Messini / Bildrecht, Wien, 2018)

 

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Summa summarum ein schönes Museum mit einer auch für Kinder interessanten Dauerausstellung, einer Sonderausstellung zu Kremser Künstlern, die man nicht versäumen sollte (sie läuft nur noch bis 28. Oktober 2018!) sowie einer interessanten Installation, die auch – die Künstlerin möge mir verzeihen – Kindern Spaß machen kann.

Weitere Informationen unter www.museumkrems.at!

Mit fotografischen Werken von Eva Schlegel startete dann auch unser Rundgang in der Kunsthalle Krems. Großformatige Werke, vor allem in Räumen, die der Kunst gewidmet sind, aufgenommen, mit starker Betonung des Lichts und beabsichtigter Unschärfe, die zu einem „poetischen Seherlebnis“ führen soll. Eine durchaus interessante Herangehensweise, die für mich aber zuerst einmal verstörend war, zumal ich ja jedes Jahr tausende Male bemüht bin, Fotos bzw. die Hauptmotive der Fotos möglichst scharf darzustellen.

(Foto © Eva Schlegel / Bildrecht, Wien / Vienna, 2018)

Unser Hauptinteresse galt jedoch der Ausstellung „Picasso – Gorky – Warhol. Skulpturen und Arbeiten auf Papier. Sammlung Hubert Looser“. Wie oft bekommt man schon einen echten Picasso zu Gesicht? Vor allem in der eigenen Heimatstadt.

Der Titel mag beim Besuch schnell einmal enttäuschen, schließlich ist von Pablo Picasso nur ein Werk und von Andy Warhol sind nur zwei Werke zu sehen. Andererseits hat sich die Kunsthalle Krems aus der Sammlung Hubert Looser noch viel mehr spannende Werke ausgeliehen, zum Beispiel von Willem de Kooning, Sean Scully, Meret Oppenheim, Le Corbusier oder Arnulf Rainer.

(Foto © Kunsthalle Krems / Christian Redtenbacher)

Beendet wird die Ausstellung mit drei Videoinstallationen von Eva Schlegel. Besonders beeindruckt hat mich hier die Installation, die auf dem Bild auf der linken Seite zu sehen ist. Sie zeigt das Zitat eines russischen Kosmonauten, der die ersten Gefühle in der Schwerelosigkeit beschreibt. Durch das drehende Erscheinen der Texte, die dann wie bei einem Trichter in die Mitte gezogen werden und dort verschwinden, erfährt man selbst eine Art „entschwebendes“ Gefühl.

(Foto © Eva Schlegel / Bildrecht, Wien, 2018)

Wer nur Picasso und Warhol sehen möchte, wird vielleicht enttäuscht sein – obwohl es ja Menschen geben mag, die um die halbe Erde fliegen, um ein Werk von Picasso zu sehen. Wer mit moderner Kunst gar nichts anzufangen weiß, braucht sich die Ausstellung nicht ansehen. Für alle, die sich intensiver mit moderner Kunst auseinandersetzen möchten, ist diese Ausstellung aber ein absolutes Muss.

Die Ausstellungen in der Kunsthalle laufen noch bis 4. November 2018!

Weitere Informationen unter www.kunsthalle.at!

 

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