Zwei Kulturwochenenden in der Heimatstadt

12.03.2019

An den beiden letzten Wochenenden war bei mir Kultur angesagt. Start und gleichzeitig Höhepunkt war natürlich die Eröffnung der Landesgalerie Niederösterreich, aber auch die Ausstellung in der Kunsthalle Krems zählt für mich bereits jetzt zu den kulturellen Highlights des Jahres.

Den Bau der Landesgalerie Niederösterreich in unserer Heimatstadt Krems haben wir natürlich laufend mitverfolgt. Am 23. Februar 2019 haben wir uns die interessante Architektur einmal intensiv von außen angesehen, von 1. bis 3. März 2019 war dann das Pre-Opening unter dem Titel „Architektur pur“. Leider waren die Führungen am 1. März 2019 bereits ausverkauft. Am 2. März 2019 konnten wir dann den Neubau endlich von innen sehen und es war sehr interessant, ein Museum einmal (fast) ohne Ausstellungsobjekte betrachten zu können.

Spektakulär ist natürlich nicht nur der Architektur, sondern auch der Ausblick vom Balkon im obersten Stockwerk.

Ganz leer war die Landesgalerie natürlich nicht, denn…

…im Keller, der die Landesgalerie mit der Kunsthalle verbindet ist die Lichtinstallation „Matrix XII Krems“ des in Gföhl geborenen Künstlers Erwin Redl, der mittlerweile mit spektakulären Lichtinstallationen, zum Beispiel im New Yorker Madison Square Garden oder in Paris, weltweit für Furore sorgt.

Auch die Installation in Krems ist beeindruckend. Kann man da überhaupt durchgehen? Sind da irgendwo Spiegel? Ist der Boden aufsteigend? Solche Fragen schießen einem beim ersten Besuch durch den Kopf. Die Antwort ist eigentlich ganz einfach, die LEDs hängen an Schnüren von den Decken und man kann in alle Richtungen, auch Diagonal durchgehen. Wer noch bis 31. März 2019 nach Krems kommt sollte sich das unbedingt ansehen, der Eintritt ist übrigens frei.

 

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Am 2. März 2019 war dann eine Eröffnung, auf die wir uns auch schon lange gefreut hatten, nämlich die der Ausstellung #MyMuseum. In den vergangenen Monaten hatten Kinder, aber auch manche Erwachsene, sogenannte „Bernhards“ gestaltet. Die „Bernhards“ sind Karton-Nachbildungen der Architektur der Landesgalerie, benannt nach dem Architekten der Landesgalerie, Bernhard Marte.

Natürlich haben auch wir mitgeholfen, zusammen mit Annika, Amelie und Sven einen Bernhard zu gestalten. Sie sehen ihn oben bzw. im offiziellen Katalog als Nr. 149.

Die Ausstellung der Bernhards ist übrigens noch bis einschließlich 24. März 2019 kostenlos zu besichtigen!

Nach dem Eröffnungswochenende waren wir, und wohl auch viele der mehr als 10.000 Besucherinnen und Besucher, noch begeisterter als zuvor. Der Weg, die Landesgalerie nicht etwa mit einer spektakulären Ausstellung zu eröffnen, sondern erst einmal die Bevölkerung von dem Gebäude „Besitz ergreifen zu lassen“ und mit den Bernhards die Werke von Einheimischen, insbesondere von Kindern zu zeigen, ist ein ungewöhnlicher, aber absolut toller Weg und man kann den Verantwortlichen zu diesem Konzept nur gratulieren!

 

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Hans Op de Beeck, The Cliff, Ausstellungsansicht, Kunsthalle Krems 2019 © Christian Redtenbacher

Am 9. März 2019 habe ich mir dann in der Kunsthalle Krems die Ausstellung The Cliff angesehen, die sich ganz dem Werk des belgischen Künstlers Hans op de Beeck widmet.

Die lebensgroßen grauen Plastiken, die mehrere Meter breiten Tuschezeichnungen und natürlich auch die vor allem in Schwarz-Weiß gehaltenen Videos entführen wie das Programmheft verspricht in „melancholische Bildwelten zwischen Traum und Wirklichkeit“. Das Programmheft verspricht dabei nicht zu viel. Es gelingt einem fast nicht, sich der fast schon magischen Kraft dieser Bildwelten zu entziehen. Bei den Videos tut die gleichmäßige, stets sanfte und trotzdem nie ins banale abdriftende Musik ihr Übriges dazu, dass die Bilder tief ins Unterbewusstsein gehen, so wie es einst die Surrealisten beabsichtigt haben. Im Gegensatz zu Größen des Surrealismus wie Salvador Dalí sind die Darstellung nicht unrealistisch (wie z.B. Dalís weltberühmte „schmelzende Uhren“ im Werk „Die Beständigkeit der Erinnerung“), sondern im Gegenteil beinahe hyperrealistisch.

Hans Op de Beeck, The Cliff, Ausstellungsansicht, Kunsthalle Krems 2019 © Christian Redtenbacher

Op de Beeck schafft es auch, mit seinen Bildern zu berühren, ohne zu schockieren oder gar zu verstören, bringt sich auf der anderen Seite aber auch nicht ansatzweise in die Nähe von esoterisch-kitschigen Wasserfallmeditations-DVDs.

Die Ausstellung ist noch bis 23. Juni 2019 zu sehen und ich kann einen Besuch nicht nur empfehlen, sondern ich möchte eindringlich zu einem Besuch raten, denn es ist wirklich eine wunderbare und einzigartige Ausstellung, an die man sich sicherlich noch lange erinnern wird.

Nach dem Besuch dieser beeindruckenden Ausstellung habe ich – wie schon zwei Wochen zuvor – meine Kamera gezückt, um noch mehr Fotos von der Landesgalerie zu machen.

Und wieder habe neue, interessante Blickwinkel gefunden, konnte den Schatten des Kremser Tors, der genau auf die Landesgalerie fiel, fotografisch Festhalten und mich genauso mit dem Gegenlicht spielen.

Und das Faszinierendste: Kaum zu Hause öffne ich instagram (hier übrigens mein Profil) und sehe zahlreiche weitere Fotos, die Freunde von mir von der Landesgalerie gemacht habe und denke, diesen Blickwinkel kenne ich noch gar nicht, das sind ja wieder völlig neue Perspektiven,…

Nach mittlerweile hunderten Fotos, die ich von diesem Gebäude gemacht habe, muss ich sagen, dass ich bislang kein Gebäude kannte, das mich „fotografisch“ so gefesselt und inspiriert hat und bei dem man ständig und immer wieder so viele neue Perspektiven entdecken kann.

Zum Abschluss also hier noch ein paar Fotos, die ich letzten Samstag gemacht habe:

 

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