Eine Wanderung zum Fundort der ältesten Venusfigurine der Welt

01.01.2020

Im Jahr 1988 wurde beim Bau eines Wasser-Hochbehälters im niederösterreichischen Stratzing, nördlich von Krems an der Donau, eine kleine Figur gefunden, die sich als mindestens 32.000 Jahre alte und somit älteste Venusfigurine der Welt entpuppte und “Fanny vom Galgenberg” genannt wurde. Heute erinnert ein “Eiszeitwanderweg” an diesen historisch bedeutsamen Fund.

Meine Wanderung habe ich beim Rathaus von Stratzing begonnen.

Gegenüber des Rathauses befinden sich etliche Wegweiser, darunter auch einer zum Startpunkt des Eizeitwanderwegs. Zuerst folgt man einmal der Unteren Hauptstraße in Richtung Südwesten.
Gegenüber vom Gasthaus Brauneis biegt man rechts in die “Alte Straße” ein.
Man geht ein paar hundert Meter in Richtung Süden, dann sieht man auf der rechten Seite einen Reiterhof, den Stefanihof.
Kurz nach dem Stefanihof biegt man rechts ab.
Hier startet der Naturpfad, der von Schüler*innen des Mary Ward ORG Krems zusammen mit ihrer Professorin Dr. Anna Frittum errichtet wurde.
Kurz darauf beginnt auch der Eiszeitwanderweg.
Wer sich den ca. 1 km langen Weg von Stratzing bis zum Start des Naturpfads bzw. des Eiszeitwanderwegs sparen möchte, kann natürlich auch hier rund um den Tennisplatz parken, wobei man natürlich die Parkplätze direkt vor dem Tennisplatz den Tennisspieler*innen lassen sollte.
Beim Tennisplatz geht es dann rechts weiter. Schon bald trifft man auf eine Lösswand, bei der eindrucksvoll veranschaulicht wird, was Forscher*innen so alles aus dem Löss ablesen können.
Etwas weiter oben hat man dann einen schönen Blick auf die 850-Seelen-Gemeinde Stratzing.
Etwa dreihundert Meter nach dem Tennisplatz können all jene, die nicht weit gehen möchten und sich nur für den Eiszeitwanderweg interessieren, eine Abkürzung in Richtung SW nehmen, der Naturpfad führt weiter geradeaus und nimmt etwas später eine Linkskurve.
Schließlich verlässt man den Wald und biegt links ab.
Hier hat man einen schönen Blick auf die Ruine Rehberg im gleichnamigen Kremser Stadtteil. Auf dem Bergrücken liegt der Kremser Stadtteil Egelsee.
Es geht jetzt weiter bergauf in Richtung Westen.
Bald schon ist man im Bereich des (nicht näher gekennzeichneten) höchsten Punktes des 374 Meter hohen Galgenbergs. Von der Ferne betrachtet mag man meinen, dass dieser Berg nicht einmal die Bezeichnung “Hügel” verdient hätte. Ist man aber einmal oben hat man eine tolle Aussicht, hier in Richtung Stift Göttweig.
Hier der Ausblick ins Tullnerfeld. Hier biegt man dann übrigens links ab und ein paar Meter später wieder rechts.
Kurz vor der Fundstelle kann man auf dieser Bank eine kurze Rast einlegen und die Aussicht genießen.
Dann trifft man auch den Wasserhochbehälter, bei dessen Bau die Venus gefunden wurde. Die Archäolog*innen haben bei den Grabungsarbeiten aber noch zahlreiche andere interessante Funde gemacht. Mehr darüber erfährt man auf den Schautafeln, die man entlang des Wanderwegs findet.
Schließlich kommt man zum (inhaltlichen) Höhepunkt, einer Überlebensgroßen aus Holz gefertigten Silhouette der Venus vom Galgenberg. Das Original ist übrigens aus grünem Serpentin, gerade einmal 7,2 cm hoch und kann im Naturhistorischen Museum Wien bewundert werden.

Da die Frauenstatue an eine Tänzerin erinnert, wurde sie nach Franziska “Fanny” Elßler”, einer der berühmtesten Tänzerinnen des 19. Jahrhunderts, “Fanny vom Galgenberg” genannt.

 

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Daneben findet man einen Pavillon, eine Grillstelle und einen Bogenschießplatz. Diese dürfen nur im Rahmen von geführten Gruppentouren benutzt werden. Infos zu diesen Touren findet man auf der Website der Gemeinde Stratzing.
Der Eiszeitwanderweg ist ungefähr 800 Meter lang, wer wie ich den gesamten Naturpfad geht, legt ca. 1.200 Meter zurück. Wie lange man dafür braucht, hängt natürlich davon ab, wie intensiv man sich mit den Schautafeln beschäftigt. Eine halbe bzw. dreiviertel Stunde sollte man aber auf jeden Fall einplanen.
Dann stößt man auf die “Stratzinger Straße”, wie die “Alte Straße” außerhalb des Ortsgebiets heißt. Hier kann man links abbiegen und wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren.

Ich wollte aber noch ein paar Schritte gehen und bin geradeaus in Richtung Krems-Gneixendorf weitergegangen. Hier eine Beschreibung – Sie können aber natürlich auch ganz andere Wege zur Verlängerung wählen. In den Weinbergen gibt es immer viele Möglichkeiten und fast immer kommt man auch ohne Navi mit dem “inneren Kompass” wieder zurück.

Der Weg führt durch die Weinberge. Hier folgt man dann nicht mehr dem “Hauptweg”, sondern geht gerade aus weiter, der Weg wird dann zu einem etwas schmäleren Hohlweg.
Der Hohlweg trifft dann auf eine schmale Straße. Hier bin ich rechts abgebogen.
Dann bin ich vor diesen Häusern links abgebogen und weiter durch die Weingärten gegangen.
Schließlich bin ich dann auf die Erberstraße im Kremser Stadtteil Gneixendorf gestoßen und links in diese abgebogen.
Ich bin dann immer weiter geradeaus gegangen, bis ich dann beim Pestkreuz wieder zur Unteren Hauptstraße von Stratzing gekommen bin. Hier hätte ich natürlich auch links abbiegen und einfach der Straße bis zum Rathaus zurückgehen können, ich habe aber die Straße überquert und bin weiter in Richtung B37 gegangen.
Kurz vor der B37 (die man als Fußgänger hier nicht betreten darf!) macht die Straße eine Linkskurve.
Bald darauf bin ich diesen schmalen Weg links abgebogen.
Links von diesem schmalen Weg gibt es einen Schaugarten, bei dem es naturgemäß jetzt im Winter nicht viel zu sehen gibt. Ob und wann man diesen Schaugarten in den warmen Monaten besuchen kann, habe ich leider noch nicht herausgefunden.
Dann trifft man auf die Gartenstraße und biegt links in diese ab.
Nach etwa 250 Metern biegt man dann rechts in die Untere Hauptstraße ab.
Die Straße macht dann eine Rechtskurve und man ist wieder bei der Kreuzung beim Gasthaus Brauneis. Jetzt einfach geradeaus zum Rathaus zurückgehen.
Die gesamte Wanderung war etwa 5,5 km lang und ich habe (diesmal ohne Nordic-Walking-Stöcke) ungefähr anderthalb Stunden gebraucht.

Wie beschrieben ist der eigentliche Eiszeitwanderweg nur etwas mehr als einen Kilometer lang. Die Infos auf den Schautafeln sind natürlich erst für etwas ältere Kinder (ich würde sagen so ab 10 Jahren) interessant, dennoch ist der kurze Weg ziemlich abwechslungsreich und ich würde ihn auch kleineren Kindern zumuten. Für Kinderwägen ist es leider zu steil. Als Nordic-Walking-Strecke ist diese Wanderung aber durchaus geeignet.

Der von mir gewählte und hier auch gezeigt Rückweg ist natürlich nur, um sich noch etwas mehr zu bewegen, besonders aufregend ist er natürlich nicht.

 

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