Neues Leben im alten Baumhaus

26.04.2019

Unter „Baumhaus“ versteht man im mecklenburgischen Wismar kein Haus, das in einen Baum gebaut wurde, sondern den einstigen Sitz des „Bohmschlüters“, der bei Gefahr eine Kette durch den Hafen zog und den Schlagbaum der Hafenzufahrt herunterließ. Später befanden sich hier Hafenbehörde, Lotsenstation und das Seefahrtsamt.

Errichtet wurde das Baumhaus in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und jahrhundertelang markierte das Baumhaus als weithin sichtbarer Solitär die Einfahrt des Hafens, wie auf dem ersten Foto, das im Jahr 2015 aufgenommen wurde, zu sehen ist. Wie auf dem zweiten Foto zu sehen ist, ist es mit der markanten Position jetzt vorbei. An der „Hafenspitze“ entstehen jetzt Luxus-Ferienwohnungen.

Auch wenn ich selbst die Architektur (siehe hier)für durchaus gelungen halte, so finde ich es doch schade, dass die Sichtbarkeit des Baumhauses jetzt verschwindet.

Hier noch ein paar aktuelle Fotos des Baumhauses:

 

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Widmen wir uns lieber erfreulicheren Dingen und zwar dem Inneren des Baumhauses. Darin befindet sich nämlich seit Kurzem das Maritime Traditionszentrum, das von den Fördervereinen der Poeler Kogge, des Schoners Atalanta und des Fischkutters Marlen betrieben wird.

Die Dauerausstellung zeigt die Entwicklung Wismars in der Hansezeit, die Schifffahrts- und Schifffbautradition Wismars und natürlich auch die Restaurierung der Atalanta und der Madlen sowie den Bau der Poeler Kogge.

Der Eintrittspreis von nur 2 Euro für Erwachsene (Stand April 2019) ist mehr als günstig und so sollte man sich den Besuch des Traditionszentrums nicht entgehen lassen. Hier noch ein paar Eindrücke:

 

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Das bekannteste der drei Traditionsschiffe ist natürlich die Poeler Kogge, die auch gleichzeitig das jüngste der drei Schiffe ist, denn sie zählt – man glaubt es kaum – noch keine 13 Jahre.

1997 wurde vor der Insel Poel ein Schiffswrack aus dem 14. Jahrhundert gefunden. Die Wismarer waren begeistert und viele engagierte Personen, darunter viele aktive oder ehemalige Werftmitarbeiter, begannen im Jahr 2001, die mittelalterliche Kogge nachzubauen. 2004 fand dann der Stapelhub statt und 2006 war der Bau vollendet.

Die „Wissemara“ getaufte Kogge ist 31,5 m lang und 8,5 m breit. Ihre Ladekapazität beträgt stolze 230 Tonnen. Auch die Segelfläche von 276 m² ist beeindruckend.

Liegt die Kogge im Hafen, kann sie gegen eine Spende besichtigt werden. Ansonsten kann man gegen Voranmeldung (Telefon +49 3841 304310 oder mail@poeler-kogge.de) auch an einem Segeltörn teilnehmen oder sogar das ganze Schiff mieten – sogar für eine Hochzeit, denn auf dem Schiff befindet sich eine Außenstelle des Standesamts Wismar.

Angst vor Windstille braucht man dabei aber nicht haben: Die Wissemara hat zusätzlich zu den Segeln auch einen modernen 255 kW-Motor.

Wir haben im Jahr 2015 eine Fahrt mit der Poeler Kogge mitgemacht – hier ein paar Eindrücke:

Weitere Informationen zur Poeler Kogge „Wissemara“ und zum Maritimen Traditionszentrum finden Sie unter www.poeler-kogge.de!

 

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