Die 3-Brücken-Wanderung bei Krems

26.01.2020

Die 3-Brücken-Runde bei meiner Heimatstadt Krems ist eine beliebte, etwa 10 Kilometer lange Laufstrecke. Aber auch als Nordic-Walking-Runde oder als etwas längerer Spaziergang ist sie sehr zu empfehlen.

Ich bin diese Runde spontan am – wie mittlerweile fast üblich – sonnigen und warmen Heiligen Abend des Jahres 2019 gegangen. Mein Ausgangspunkt war der Park im Kremser Stadtteil Mitterau und ich bin die Runde im Uhrzeigersinn gegangen. Natürlich kann man sie auch gegen den Uhrzeigersinn gehen und andere Ausgangspunkte wählen.
Ich bin dann durch die Unterführung unter der B3 gegangen. Danach bin ich rechts abgebogen und auf den Schutzdamm hochgegangen.
Auf dem Schutzdamm angelangt bin ich dann links abgebogen und in Richtung Osten weitergegangen.
Auf der gegenüberliegenden Seite der Donau sieht man das Stift Göttweig.
 

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Nachdem man ca. 600 Meter auf dem Treppelweg gegangen ist, hat man auch schon die erste Brücke erreicht. Die Donaubrücke Krems, die zum 1000-Jahr-Jubiläum der Stadt Krems im Jahr 1995 den Beinamen “St. Pöltner Brücke” bekam, wurde 1971 errichtet. Hier führt die Kremser Straße (B37) vierspurig über die Donau. Bis 2010 war sie Teil der Kremser Schnellstraße (S33).
Auf der östlichen Seite der Brücke führt eine Fußgängertreppe hoch. Rampen für Kinderwägen und Rollstühle sind übrigens in die Treppe integriert!
Dann überquert man die Donau, die an dieser Stelle etwa 400 Meter breit ist. Die gesamte Brücke ist übrigens über 1 Kilometer lang. Das Überqueren der vierspurigen Fahrbahn ist natürlich streng verboten, auch wenn hier eine 100 km/h-Tempolimit gilt. Auf der westlichen Seite der Brücke führt übrigens ein Radweg über die Donau.
Auf der Südseite führt wieder eine Treppe zum Treppelweg hinunter.
Jetzt geht man den Treppelweg einfach schnurgerade in RIchtung Westen weiter.
Nach etwa 700 Metern erreicht man die Fladnitzmündung. Hier nimmt der Treppelweg dann eine Linkskurve.
Jetzt folgt man dann der Fladnitz” rund 400 Meter in Richtung SSW.
Knapp vor der Brücke biegt man scharf links ab, geht auf den Schutzdamm hoch und biegt oben dann scharf rechts ab.
Jetzt kann man entlang der Aggsteiner Straße (B33) die Fladnitz überqueren.

Achtung! Die B33 ist zwar nur zweispurig und es gibt hier ein 100 km/h-Tempolimit, was aber leider von vielen missachtet wird. Bitte die Straße daher keinesfalls überqueren!

 

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Die Fladnitz entspringt bei Karlstetten, fließt dann bis zur Stadtgrenze von St. Pölten und dann unter anderem durch Herzogenburg, Statzendorf, Paudorf und Furth bei Göttweig. Auch wenn sie bis zur Brücke nur wie ein kleines Bächlein aussieht hat sie doch ein beachtliches Einzugsgebiet von 169,5 km².
Auf der westlichen Seite der Brücke steht man dann vor diesem Tor. Keine Sorge, das Fußgängertor ist jederzeit frei passierbar.
Dann heißt es wieder scharf rechts abbiegen, zum Treppelweg absteigen und dann scharf links auf diesen einbiegen.
Wieder geht es ca. 400 Meter der Mündung entlang, dann erreicht man die Donau und der Weg macht eine Linkskurve.
Jetzt geht es wieder der Donau entlang in Richtung Westen.
 

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Dann erreicht man die Kremser Eisenbahnbrücke, auf der die Kremser Bahn von Krems nach Herzogenburg fährt.

Die Brücke wurde 1889 fertiggestellt und in den letzten Tagen des 2. Weltkriegs von der abziehenden Wehrmacht zerstört. Der Wiederaufbau dauerte bis Ende 1951.

Bereits im 1. Weltkrieg galten die Eisenbahnbrücke und die Mauterner Brücke (zu der wir gleich kommen werden) als strategisch besonders wichtig, sodass der “Brückenkopf Krems” errichtet wurde. Mehr dazu in diesem Beitrag!

Nach der Eisenbahnbrücke hat man auch einen sehr schönen Blick auf Krems-Stein. Dieser Stadtteil von Krems, der bis 1938 eine eigene Stadt war, liegt ja fast direkt an der Donau, während die Altstadt von Krems seit der Donauregulierung rund einen halben Kilometer von der Donau entfernt liegt.
Rund anderthalb Kilometer nach der Eisenbahnbrücke trifft man auf den ältesten Donauübergang in dieser Gegend. Die Mauterner Brücke wurde 1893-1895 errichtet, allerdings gab es an dieser Stelle bereits seit 1463 eine Holzbrücke.
 

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Die stählerne Fachwerkbrücke wurde ebenfalls in den letzten Tagen des 2. Weltkriegs zerstört, jedoch begann die Rote Armee bereits im Sommer 1945 mit dem Wiederaufbau, sodass die Brücke bereits im September 1945 wiedereröffnet werden konnte.

Die Wiedererrichtung der Mauterner Brücke war eine der ersten Wiederaufbaumaßnahmen im Nachkriegs-Österreich. Leider nagt der Zahn der Zeit mittlerweile trotz praktisch laufender Instandhaltungsmaßnahmen ziemlich schonungslos an der Brücke, sodass das Gewichtslimit für Fahrzeuge immer wieder gesenkt werden musste.

Der Blick auf Krems-Stein ist natürlich nach wie vor schön.
In Krems-Stein geht man dann auf der rechten Abfahrt in Richtung Osten weiter. Links sieht man das alte Gebäude der Danube Private University. Viele erinnern sich wahrscheinlich noch an die Hauptschule, die früher in diesem Gebäude untergebracht war. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts waren hier Lagerräumlichkeiten der Brückenmeisterei, die die (lange Zeit mautpflichtige!) Holzbrücke laufend reparieren mussten.
Nach etwa hundert Metern gibt es rechterhand eine Treppe, die zur Fußgängerunterführung unter der B3 hinabführt.
Auf der anderen Seite geht es dann auf dem Treppelweg, die in diesem Bereich nach dem Kremser Sportler Sepp Puchinger (Olympiateilnehmer im Rudern 1972) “Sepp-Puchinger-Promenade benannt wurde.
Am Ende der Steiner Altstadt trifft man auf das “Schifffahrts- und Welterbezentrum”. Hier informieren vom Verein raumgreifend gestaltete Informationstafeln über Krems und die Wachau. Die Linienschifffahrtsunternehmen Brandner und DDSG Blue Danube haben hier ihre Ticketbüros und last but not least führt Otto Reimitz hier sein beliebtes Lokal “Wellen.Spiel”. Das Schifffahrts- und Welterbezentrum wurde übrigens von Najjar & Najjar Architects gestaltet und 2010 fertiggestellt. Etwa hundert Meter weiter nördlich beginnt dann die Kunstmeile Krems mit Landesgalerie Niederösterreich, Kunsthalle, Karikaturmuseum und weiteren Kulturinstitutionen.
Danach sieht man links den Campingplatz “Donaupark Camping” und danach den Yachthafen. Um die Hafeneinfahrt zu überqueren muss man erst einmal diesen Turm hochsteigen.
Die Graffitis entlang der Treppen sind durchaus künstlerisch wertvoll, allerdings gibt es daneben leider auch einige wenige “Schmierereien”.
Jetzt überquert man die Brücke und biegt dann rechts ab.
Jetzt geht es wieder weiter in Richtung Osten, dann unter der Eisenbahnbrücke durch…
Schließlich erreicht man das Gebäude der via donau, wie die ehemalige “Wasserstraßendirektion” heute heißt.
Kurz danach ist man wieder in der Mitterau angelangt.
Nun zum Fazit: Die etwa 10 Kilometer lange Strecke ist auch nicht-laufend sehr schön und empfehlenswert. Ich selbst bin mit Nordic-Walking-Stöcken gegangen und habe knapp unter 2 Stunden gebraucht. Im normalen Spaziertempo wird man wohl etwa eine halbe Stunde länger benötigen, laufend natürlich wesentlich kürzer. Mit nur ca. 70 Metern Anstieg (die meisten davon über Treppen) ist die Strecke auch ziemlich flach. Da alle Treppen auch mit Rampen ausgestattet sind, kann man den Weg auch mit Kinderwagen zurücklegen, für Rollstühle sind die Rampen wohl etwas zu steil. Die Runde kann man auch mit dem Fahrrad zurücklegen, allerdings gibt es für die Radfahrer andere Auf- und Abfahrten zur St. Pöltner Brücke. Der Teil am nördlichen Donauufer ist durchaus abwechslungsreich und daher auch für Kinder interessant und zwei Spielplätze (beim Schifffahrts- und Welterbezentrum sowie in der Mitterau) gibt es auch. Der Teil am Südufer ist jedoch eher fad.

Für Jugendliche und Erwachsene ist es aber eine tolle Strecke mit vielen Stellen, auf denen man sehr schöne Sicht auf das jeweils andere Donauufer hat.

Für Sportler*innen gibt es übrigens im Mai einen Lauf- und Nordic Walking-Bewerb!

 

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