Rundwanderung Kremsfluss – Klauslsteig – Hundssteig

12.01.2020

Diese schöne Wanderung über nicht unbedingt als Wandergebiete bekannte, aber nicht minder schöne Teile meiner Heimatstadt habe ich kurz vor Weihnachten gemacht.

Ausgangspunkt war der Campus Krems-Mitterau der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Krems-Wien (kurz “KPH”; siehe Bild oben).

Von dort geht es einmal entlang des Kremsflusses in Richtung Osten.
Vorbei an der modernen Kapelle der KPH…
Dann geht es über den Klomsersteig zum linken Kremsufer.
Und weiter geht es hinunter zur Krems, jetzt geht es dann in östliche Richtung leicht aufwärts.
Kaum zu glauben, dass dieser kleine, still dahinplätschernde Fluss im Jahr 2002 den ganzen Stadtteil Krems-Mitterau überschwemmt hat.
Danach wurde der zuvor stark regulierte Fluss renaturiert und die alten Fußgängerbrücken aus Holz, deren Pfeiler bei Hochwasser unter Wasser standen und so oft in Mitleidenschaft gezogen wurden, wurden gegen neue Brücken ohne Pfeiler ersetzt. Hier im Bild der “Florianisteig”.
In weiterer Folge geht man unter der Eisenbahnbrücke durch,…
unter der Wachaubrücke…
und schließlich unter der Wiener Brücke. Rechts von der Wiener Brücke ist übrigens das Restaurant Klinglhuber, welches ich sehr empfehlen kann!
Der Fußgängerweg mündet dann in die Mölkergasse. Von jetzt an müssen sich Fußgänger*innen und motorisierte Fahrzeuge die Straße teilen, allerdings ist die Mölkergasse kaum befahren.
Ein Stückchen weiter später haben die Fußgänger*innen wieder ihren eigenen Weg, den sogenannten Imkerweg.
Auch an diesem Teil der Krems findet man viele im Zuge der Renaturierung erbaute zum Teil aus Beton bestehende Sitzgelegenheiten.
Am Ende des Imkerwegs geht es dann in der Ufergasse weiter, die hier so schmal ist, dass nicht einmal ein Platz für einen Gehsteig blieb, allerdings ist auch hier kaum Verkehr, da hier nur Anwohner*innen fahren dürfen.
Manche Anwohner*innen bewegen sich aber eher kletternd vorwärts. *g*
Auf dem gegenüberliegenden Ufer der Krems sieht man die Jesuitenmühle, die vor etwa 25 Jahren zu einem Wohnhaus umgebaut wurde.
Hier ist die Schmittbrücke zu sehen. Wir befinden uns mittlerweile auf den sogenannten “Mühlhofgründen”, einem der jüngsten Wohngebiete von Krems. Hier stand bis in die 1960er-Jahre die “Leder- und Schuhfabrik Schmitt”, die bis zu 1.000 Personen beschäftigte. Auch der Rohrerzeuger Symalen (später “Salen”, heute Pipelife) stand einst hier in der Gegend.
Dann geht es wieder auf einem reinen Fußweg weiter, der Graf-Falkenhayn-Promenade, benannt nach dem einstigen Eigentümer der Burg Rehberg.
Schließlich erreicht man die Mühlhofbrücke, überquert diese, biegt dann rechts ab und geht ein Stückchen die Kremstalstraße weiter hinauf
Dabei heißt es gut aufpassen, denn der Klauslsteig geht direkt neben einem Wohnhaus parallel zur Kremstalstraße bergauf.
Es geht steil bergauf…
und schließlich in den Wald.
 

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Sogar einen Aussichtspunkt mit einer Parkbank gibt es entlang des Weges. Allerdings ist rundherum mittlerweile alles ziemlich verwachsen, sodass die Aussicht selbst jetzt im Winter ziemlich beschränkt ist.
Der Klauslsteig mündet schließlich in die Schießstattgasse, die man dann weitergeht.
Hier die Schießstätte des 1440 gegründeten Schützenvereins.
Leider ist die Schießstattgasse schon seit mehreren Jahrzehnten ziemlich stark verbaut, sodass man an nur wenigen Stellen einen Blick ins Kremstal hinunter erhaschen kann.
Kurz nach der Schießstätte geht es dann linkerhand in die Straße “Am Hundssteig” hinunter.
Die Straße mündet dann in den Hundssteig.
In dieser Gegend befinden sich zwei der wichtigsten Fundplätze der Urgeschichte Österreichs. Mehr dazu auch auf der Website der Universität Wien.
Vom Hundssteig aus hat man auch einen besseren Blick ins Kremstal.

 

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Jetzt geht es den Hundssteig hinunter ins Kremstal.
Nach ein paar Metern flussabwärts…
kann man rechterhand in die Lederergasse abbiegen.
Zwei Tafeln – eine am Anfang und eine am Ende dieser Gasse – erinnern an das fatale Hochwasser im Jahr 1855, das große Teile der Kremstalstraße mit sich riss.
Hier die zweite Tafel. An das Hochwasser erinnert übrigens auch die Kirche Mariahilf, über die ich in dieser Geschichte berichtet habe, die ich aber bei dieser Wanderung nicht direkt passiert habe.
Schließlich gelangt man wieder zur Kremstalstraße bzw. zur Wiener Brücke und vorn hier an kann man wieder entlang der Krems zurückgehen.
Die hier dargestellte Wanderung ist ungefähr 7,5 Kilometer lang und man sollte dafür schon so ca. 1 Stunde und 45 Minuten einplanen.

Wie unschwer zu erkennen war, sind Klauslsteig und Hundssteig natürlich für alles, was Räder hat, nicht geeignet, der Hinweg entlang der Krems ist aber für Radfahrten und Fahrten mit Kinderwägen und Rollstühlen geradezu prädestiniert!

Für Kinder im Kindergarten- und Volksschulalter ist die Wanderung wohl zu lange. Für diese würde ich vorschlagen, im Bereich Mölkergasse/Ufergasse zu parken und somit einen kürzeren Rundweg zu machen.

 

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