„tut gut“ Wanderweg Grafenegg – Route 4: Zum fünfeckigen Stein

24.11.2019

„tut gut“ ist eine Initiative des Landes Niederösterreich zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden. Eine der vielen Maßnahmen im Rahmen von „tut gut“ ist die Unterstützung von Gemeinden bei der Erstellung, Beschilderung und Bewerbung von Wanderwegen. „tut gut“-Wanderwege gibt es bereits in 72 Gemeinden, meistens gibt es so um die drei Routen pro Gemeinde, die jeweils unterschiedliche Längen haben. Die kürzeste Route ist meistens innerhalb einer Stunde zu bewältigen, die längsten können auch schon einmal drei oder vier Stunden dauern.

Ich habe mir vorgenommen, jetzt in der „kalten Jahreszeit“ einige dieser „tut gut“-Wanderung in der näheren Umgebung zu machen. Für den Start habe ich mir gleich eine relative lange Wanderung zu einem Ziel mit makaberer Geschichte ausgesucht, nämlich die Route 4 „zum fünfeckigen Stein“ in der Marktgemeinde Grafenegg (auf wanderwege.noetutgut.at) unter „Waldviertel“ > „Grafenegg“ > „Route 4“ zu finden.

Startpunkt ist der Parkplatz bei der Weinberggeiß in der Kellergasse der Katastralgemeinde Etsdorf am Kamp.

Dort befindet sich auch eine Informationstafel sowie kostenlose Wanderkarten.

Die Routen 3 und 4 starten von hier in Richtung NNW. Achtung! Die Routen 1 und 2 haben einen anderen Startpunkt! In den meisten anderen Gemeinden gibt es nämlich einen einzigen Startpunkt für sämtliche Wanderungen!

Nach etwa einer Viertelstunde ist das erste Zwischenziel erreicht: Die Hubertuskapelle. Hier zweigt dann die Route 3 rechts ab, die Route 4, die ich in diesem Beitrag beschreibe, führt geradeaus weiter.
Kurz, nachdem man bei einigen Weinkellern vorbeigegangen ist,…
…trifft man auf eine Kreuzung mit einem Bildstock. Hier geht man nun ganz links weiter, in Richtung Wolfsgruben.
Bitte nicht verwirren lassen, der Weg führt erst durch Felder, hat also mit einer Grube oder einem Graben noch nichts zu tun.
Erst später wird er zu einem Hohlweg.
Bald kommt man wieder zu einer Abzweigung. Den Weg rechts wird man dann beim Rückweg gehen, jetzt geht es geradeaus und wieder leicht bergauf weiter.
Nur wenig später geht es rechts zur „Oase“.
Die Oase ist ein „Horch- und Schauplatz“ mit einer Meditationsbank sowie einem kleinen Aussichtsturm.

Leider war die unterste Leiter im Aussichtsturm entfernt, sodass ich nicht hochsteigen konnte.

Nach diesem Abstecher ging es dann zurück zum Weg und nach etwa 10 Minuten war dann das Ziel erreicht: der fünfeckige Stein.
Beim fünfeckigen Stein treffen fünf Katastralgemeinden, vier Gemeinden und zwei Bezirke) aufeinander:

  1. Feuersbrunn (Gemeinde Grafenwörth, Bezirk Tulln)
  2. Gösing (Gemeinde Fels am Wagram, Bezirk Tulln)
  3. Straß im Straßertale (Gemeinde Straß im Straßertale, Bezirk Krems)
  4. Etsdorf (Gemeinde Grafenegg, Bezirk Krems)
  5. Engabrunn (Gemeinde Grafenegg, Bezirk Krems)

Am 17. Februar 1676 wurden hier Lorenz Altmann und sein Sohn erschlagen aufgefunden und es entbrannte ein Streit darüber, welche der fünf Gemeinden nun zuständig sei. Daher wurde dann am 14. Mai 1678 dieser Stein errichtet.

Gleich daneben befindet sich das „Pichlerkreuz“, das früher auf dem Stein montiert war, und auf dem sich angeblich sogar einmal jemand erhängt haben soll.

Die Geschichte des fünfeckigen Steins ist auch auf Wikipedia zu finden.

 

 

 

Auf dem Rückweg hieß es dann bei der Abzweigung links abbiegen. Der Weg führt dann in lockeren Schwüngen dem Wald entlang an Feldern und Weingärten vorbei.
Beim Marterl (Bildstock) trifft der Weg wieder auf den Hinweg, jedoch biegt man hier dann links ab.
Nach etwa einer Viertelstunde trifft man dann wieder auf eine Kreuzung. Links würde es zur Engabrunner Warte gehen. Diese habe ich übrigens in diesem Artikel beschrieben. Die Warte ist auch Teil der Route 3, die Route 4 führt aber geradeaus weiter.
Man passiert den „Weg des guten Gesprächs“ und die Skulpturenriede. Auch diese sind in diesem Artikel beschrieben.
In Engabrunn biegt man dann rechts ab,…
und geht an der Kirche vorbei. Die gotische Saalkirche ist übrigens architektonisch durchaus interessant und ebenfalls in diesem Artikel beschrieben.
Man passiert einen Bildstock mit dem Hl. Urban, dem Patron des Weinbaus…
und das Feuerwehrhaus.
Dann geht es links durch die Unterführung und danach gleich rechts auf den „Natzelsteig“.
Warum dieser als „Steig“ bezeichnet wird, ist mir nicht ganz klar, der Weg ist nämlich ziemlich eben.
Bald erreicht man wieder das Ortsgebiet von Etsdorf.
Kurz nach der Ortstafel biegt man dann rechts ab in die Kellergasse.
Die Kellergasse geht man dann in Richtung NNW hoch. Wenn man die Wanderung an einem Nachmittag macht, bietet es sich natürlich an, noch bei einem Heurigen einzukehren. Einen Heurigenkalender finden Sie hier!
EInmal durch die Unterführung durch und man ist wieder beim Parkplatz.

Die Strecke ist lt. Plan 10,8 km lang, was ich nicht nachgemessen habe und man geht dabei rund 15.400 Schritte, was ich natürlich nicht nachgezählt habe. Die angegebenen 2 3/4 Stunden Gehzeit sollten locker zu schaffen sein, ich habe inklusive dem kleinen Abstecher zur Oase 2 1/4 Stunden gebraucht.

 

 

 

Die Strecke eignet sich meiner Meinung nach auch sehr gut für Nordic Walking, da fast der gesamte Weg asphaltiert ist und es nicht besonders starke Steigungen gibt, ist er auch für Kinderwägen geeignet und man kann ihn sicherlich auch gut mit dem Fahrrad bezwingen.

Für Kinder wird der Weg meiner Meinung nach etwas langweilig sein, hier gibt es in der Nähe abwechslungsreichere Routen mit spannenderen Wegpunkten (z.B. Route 3, die ich in Kürze gehen möchte).

Für Erwachsene ist es aber eine sehr entspannende und die Ausdauer fördernde Route. Zwei Wochen zuvor und vielleicht noch bei Sonnenschein wäre die Wanderung mit Sicherheit auch ein großer optischer Genuss gewesen. Dennoch finde ich sie auch für so trübe Tage ganz in Ordnung.

Die „offizielle“ Beschreibung finden Sie wie bereits erwähnt auf wanderwege.noetutgut.at unter „Waldviertel“ > „Grafenegg“ > „Route 4“!

 

 

 

 

 

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