Der Bärenwald in Arbesbach – bäriges Ausflugsziel mit ernstem Hintergrund
24.08.2026
Den Bärenwald Arbesbach haben wir in den vergangenen Jahren schon mehrmals besucht – und 2026 war es wieder einmal so weit. Das Ausflugsziel bei Arbesbach im Waldviertel ist für uns dabei nicht nur wegen der Bären interessant. Der Rundgang durch das große Waldgelände, die Informationen über die Tiere und das Wissen um den Hintergrund des Projekts machen den Bärenwald auch bei einem wiederholten Besuch sehenswert.
Der Bärenwald wurde bereits 1998 eröffnet und war das erste Bärenschutzprojekt der Tierschutzorganisation Vier Pfoten. 2009 wurde die Anlage erstmals erweitert, weitere Erweiterungen folgten zwischen 2023 und 2025. Heute stehen den geretteten Braunbären insgesamt rund 24.000 Quadratmeter zur Verfügung. Die Gehege sind dabei möglichst naturnah gestaltet: Die Bären können durch den Wald streifen, graben, klettern, baden oder sich in Höhlen und andere Bereiche zurückziehen. Genau dieser Rückzug ist ein wichtiger Unterschied zu einem klassischen Tierpark.
Derzeit leben mit Erich, Felix (Bild ganz oben und darunter), Dunbar und Mici (Bild oben) vier Braunbären in Arbesbach, und hinter jedem steckt eine eigene, meist wenig erfreuliche Geschichte. Erich wurde 2010 im ehemaligen Tierpark Enghagen in Oberösterreich geboren und kam 2015 nach Arbesbach. Felix verbrachte mehr als 30 Jahre in einem Käfig bei einem Restaurant in Slowenien, bevor er 2025 gerettet wurde. Auch Mici lebte mehr als 20 Jahre als sogenannte Restaurantbärin in Slowenien. Dunbar wiederum kam 2025 aus Aserbaidschan nach Österreich. Der fast blinde und traumatisierte Bär benötigt besonders viel Ruhe und Zeit, um sich an seine neue Umgebung zu gewöhnen.
Wer den Bärenwald besucht, sollte allerdings eines wissen: Es gibt keine Garantie dafür, tatsächlich einen Bären zu sehen. Das ist meiner Meinung nach aber eher ein positives Zeichen. Schließlich sollen die Tiere selbst entscheiden können, wo sie sich gerade aufhalten und ob sie sich in einen nicht einsehbaren Bereich zurückziehen möchten. Bei unseren bisherigen Besuchen hatten wir allerdings immer Glück und haben jedes Mal zumindest einen Bären zu Gesicht bekommen. Manchmal muss man einfach ein wenig Geduld mitbringen und länger an einem Gehege warten.
Arbesbach ist außerdem nur ein Teil eines wesentlich größeren Tierschutzprogramms. Vier Pfoten betreibt beziehungsweise unterstützt weitere Bärenschutzzentren, unter anderem den Bärenwald Müritz in Deutschland, den Bärenwald Belitsa in Bulgarien, den Bärenwald Domazhyr in der Ukraine, den Bärenwald Prishtina im Kosovo und den Bärenwald Ninh Binh in Vietnam. Dazu kommt beispielsweise das Arosa Bärenland in der Schweiz als Kooperationsprojekt. Daneben betreibt Vier Pfoten Schutzprojekte für andere Wildtiere, darunter Großkatzen, Orang-Utans sowie Eulen und Greifvögel.
Auch wenn sich einmal kein Bär zeigen sollte, gibt es auf dem Gelände einiges zu entdecken. Der Rundweg wird durch Indoor- und Outdoor-Ausstellungen über Bären und Tierschutz ergänzt. Für Kinder gibt es Spielplätze mit Kletter- und Balancierelementen, einen kleinen Niederseilgarten und ein Steinlabyrinth. Dazu kommen ein Beeren-Schaugarten und sogar ein eigener Bereich für mitgebrachte Hunde. Im Souvenirshop findet man neben den erwartbaren Plüschbären und T-Shirts auch regionale Produkte.
Für eine Pause gibt es direkt beim Bärenwald einen Kiosk mit kleinen Speisen und Getränken. Wer etwas ausführlicher essen möchte, findet unmittelbar daneben das Restaurant Kolm. Damit lässt sich aus dem Besuch problemlos ein gemütlicher Halb- oder Ganztagesausflug machen. Für uns war der Besuch 2026 jedenfalls wieder einmal ein schöner Ausflug ins Waldviertel – und vermutlich auch nicht unser letzter in den Bärenwald Arbesbach.
Weitere Infos:
Bärenwald Arbesbach
A-3925 Arbesbach, Schönfeld 19
baerenwald.at
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