Der Anninger – Hausberg mit Geschichte und Geschichten
16.02.2019
Heute sind wir von Mödling aus zum Anningerhaus im Naturpark Föhrenberge gegangen.
Eine tolle Wanderung, bei der wir auch den heißersehnten achten Stempel für den Naturparke Niederösterreich Wanderpass erhalten haben. Neben der “Pflicht” haben wir noch als “Kür” einen Abstecher zur Jubiläumswarte gemacht. Darüber hinaus gäbe es dort noch soooo viel zu sehen, wofür an diesem leider immer noch relativ “kurzen” Tag aber leider keine Zeit war.
Der Anninger ist ein Berg im Wienerwald mit insgesamt 4 Gipfeln, der höchste davon zählt 675 Meter über der Adria. Zu seinen Füßen liegen die Bezirkshauptstadt Mödling sowie die Gemeinden Gumpoldskirchen, Pfaffstätten, Gaaden und Hinterbrühl. Gleichzeitig stellt er das Zentrum des Naturparks Föhrenberge dar.
Ein möglicher Ausgangspunkt für eine Wanderung auf den Anninger ist der Parkplatz bei der “Goldenen Stiege” in Mödling, direkt beim Waldgasthaus Bockerl. Von dort folgt man erst einmal dem Schild “Breite Föhre”.
Schon nach ein paar Metern fällt auf: Hier sind nicht wie sonst üblich Fichtenmonokulturen zu finden, sondern tatsächlich fast nur Föhren.
Nach etwa 15-20 Minuten erreicht man die “Breite Föhre” oder besser gesagt, den Platz, an dem sie einst stand. Der riesige Baum, den schon Berühmtheiten wie Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Egon Schiele oder Gustav Klimt bewundert hatten, starb leider 1988 ab. 1997 wurde sein Stamm ins NÖ Landesmuseum, das heutige Museum Niederösterreich gebracht, wo man ihn heute noch bewundern kann.
Nach 30-40 weiteren Minuten erreicht man die Waldrast Krauste Linde, das erste Gasthaus auf dem Weg.
Nur wenige Minuten nach der “Krausten Linde” sieht man dieses seltsame Gemäuer. Die Auflösung erfährt man auf der Schautafel gleich nebenan: Vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die 1960er-Jahre fanden auf dem Anninger Rodelbewerbe statt. Dafür wurden unter anderem diese Steilkurven errichtet. Pläne, eine Bergbahn auf den Anninger zu errichten scheiterten jedoch.
Heute wird auf dem Anninger nicht mehr professionell gerodelt, sondern nur noch zum Spaß. Dieser kann jedoch auch schnell einmal gefährlich werden. So hat sich 2001 der damalige Gumpoldskirchner Bürgermeister Mag. Dr. Richard Göd bei einem Rodelrennen die Nase gebrochen. Eine von einer Faschingsgilde errichtete Gedenktafel, die auf einer der wenigen Buchen montiert wurde, erinnert heute daran. Die Buche trägt übrigens heute den Namen “Göd’sche Buche”.
Sobald wie an diesem Wochenende jedoch die ersten vorfrühlingshaften Sonnenstrahlen vom Himmel kommen “stürmen” nicht mehr die Rodler, sondern die Mountainbiker den Anninger. Aber Achtung! Nicht alle Wege dürfen mit Mountainbikes befahren werden!
Gleich daneben befindet sich die Hans-Riffer-Quelle.
Von der Quelle sind es dann nur noch rund 10-15 Minuten bis zum Anningerhaus, wo man sich nicht nur laben kann, sondern sich auch diverse Wanderstempel, zum Beispiel für den Naturparke Wanderpass holen kann. Übrigens haben alle drei genannten Gasthäuser auch im Winter geöffnet, bitte informieren Sie sich aber auf jeden Fall über die Websites über die genauen Öffnungszeiten!
Etwa 5-10 Minuten vom Anningerhaus entfernt befindet sich die 1898 eröffnete Jubiläumswarte.
Wer Angst vor solch fragil wirkenden Konstruktionen hat, sollte diese schnell überwinden, denn…
…der Ausblick auf die Umgebung, bis nach Wien und darüber hinaus ist einfach umwerfend.
Vom Anningerhaus aus bieten sich natürlich noch viele weitere Wege zu unterschiedlichsten Sehenswürdigkeiten an, zum Beispiel zum Sender Anninger, zur steinernen Wilhelmswarte, zum Husarentempel, zu verschiedenen Höhlen und so weiter.
An sonnigen Wintertagen wie an diesem Wochenende (16./17. Februar 2019) sollte man sich jedoch nicht zu viel vornehmen. Denn aus den rund 1 bis 1,5 Stunden pro Wegstrecke können schnell einmal mehr werden, besonders wenn man sich noch Zeit nimmt, die ersten Frühlingsboten zu finden. Die Tage sind noch nicht so lange und sobald die Sonne hinterm Horizont verschwunden ist, wird es auch schnell wieder kalt!
Sehr umfangreiche Informationen über den Anninger finden Sie übrigens auch auf anninger.heimat.at!
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